Überblick:
- Was ist biologische Schädlingsbekämpfung?
- Welche Verbindung besteht zwischen biologischer Schädlingsbekämpfung und Biodiversität?
- Arten von biologischen Bekämpfungsmethoden
- Vorteile der biologischen Schädlingsbekämpfung für die Artenvielfalt
- Biologische Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft und im Privatgarten
- Warum der Schutz der Biodiversität wichtig ist
Landwirtschaft und Biodiversität sind eng miteinander verbunden. Agrarlandschaften bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen: Bestäuber, Pflanzen, Bodenmikroorganismen und vieles mehr. Die Biodiversität und ihre Komponenten fördern die Funktionsfähigkeit wichtiger landwirtschaftlicher Systeme, wie Schädlingsbekämpfung, Bestäubung von Pflanzen und Bodenfruchtbarkeit.
Biologische Schädlingsbekämpfung, der Einsatz natürlicher Organismen und ihrer Derivate zur Schädlingsbekämpfung, ist eine wirksame Methode zum Schutz von Nutzpflanzen und gleichzeitig zum Erhalt der lokalen Biodiversität und ihrer Vorteile. Ob Großanbauer oder Gärtner – der Einsatz biologischer Schädlingsbekämpfung kann den Einsatz chemischer Pestizide deutlich reduzieren und so die Biodiversität schützen und fördern.

Was ist biologische Schädlingsbekämpfung?
Biologische Schädlingsbekämpfung ist der Einsatz natürlicher Organismen zur Kontrolle von Schädlingspopulationen. In diesem Artikel besprechen wir zwei Arten der biologischen Schädlingsbekämpfung:
- Augmentative Biokontrolle, d. h. die Freisetzung nützlicher Organismen wie Raubmilben und Insekten sowie die Verwendung von Biopestiziden (mikrobielle Produkte, Öle, Seifen usw.).
- Konservierende biologische Schädlingsbekämpfung, bei dem es um die Bewirtschaftung des Lebensraums zur Unterstützung vorhandener nützlicher Organismen geht.
Die biologische Schädlingsbekämpfung bietet viele Vorteile, unter anderem ist sie sicherer für die Umwelt und die Tierwelt.
Welche Verbindung besteht zwischen biologischer Schädlingsbekämpfung und Biodiversität?
Landwirtschaftliche Systeme mit reicher Biodiversität sind stabiler und widerstandsfähiger gegenüber Störungen wie Schädlingsbefall oder Wetterereignissen. Allerdings nehmen die Artenvielfalt und die Interaktionen zwischen den Arten mit der Intensivierung landwirtschaftlicher Praktiken, wie beispielsweise dem Einsatz chemischer Mittel und der Mechanisierung, ab.
Biologische Schädlingsbekämpfung als umweltfreundliche Alternative zu chemischen Pestiziden spielt eine entscheidende Rolle beim Erhalt der Artenvielfalt. Sie reduziert den Schaden für natürlich vorkommende nützliche Insekten, Bestäuber und Bodenorganismen und sorgt für eine vielfältigere Landschaft.
Dadurch sind die Pflanzen besser geschützt und können auch besser wachsen, was den Bedarf und Einsatz externer Mittel wie Pestizide und Düngemittel reduziert.
Arten von biologischen Bekämpfungsmethoden
Es gibt biologische Schädlingsbekämpfungsmethoden, die sowohl Nutzpflanzen vor Schädlingen schützen als auch die Artenvielfalt erhalten können.
Biopestizide
Biopestizide werden aus natürlich vorkommenden Organismen und Materialien wie Bakterien, Pilzen, Viren und Pflanzenextrakten gewonnen. Auf dem CABI BioProtection Portal unterscheiden wir drei Arten von Biopestiziden: mikrobielle, natürliche Substanzen und Semiochemikalien. Diese Produkte zersetzen sich in der Regel schnell und sind sowohl für nützliche Insekten als auch für den Menschen sicherer.

Biologische Bekämpfungsmittel für Wirbellose
Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Wirbellose handelt es sich um lebende Organismen wie Raubmilben und Insekten, Fadenwürmer und Parasitoide. Sie kontrollieren Schädlingspopulationen durch Raub oder Parasitismus.
Lebensraummanagement
Habitatmanagement ist eine Methode zur biologischen Kontrolle und kann die Artenvielfalt fördern. Dabei werden beispielsweise bestimmte Pflanzen zusammen gepflanzt, um Schädlinge auf natürliche Weise abzuschrecken oder Fressfeinde anzulocken. Auch das Anlegen von Hecken als Lebensraum und Nahrungsquelle für heimische Nutzinsekten ist möglich.

Vorteile der biologischen Schädlingsbekämpfung für die Artenvielfalt
Wie biologische Schädlingsbekämpfung zum Schutz der Bestäuber beiträgt
Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge sind für viele Nutzpflanzen unverzichtbar, gehören aber auch zu den am stärksten von chemischen Pestiziden betroffenen Insekten. Biologische Schädlingsbekämpfungsmittel und Biopestizide haben oft den Vorteil, dass sie gezielter gegen einen oder wenige Schädlinge wirken und Bestäuber daher weniger direkt schädigen. Darüber hinaus kann die Bereitstellung von Schutz und Nahrung, beispielsweise durch Hecken, Bestäubern helfen, am Rande landwirtschaftlicher Felder zu gedeihen.
Förderung des mikrobiellen Lebens im Boden
Bodenmikroben sind für Nutzpflanzen ebenso wichtig wie Bestäuber, da sie das Pflanzenwachstum und den Nährstoffkreislauf unterstützen. Harte landwirtschaftliche Praktiken können diese Mikroorganismen schädigen, ihr Gleichgewicht stören und die Bodenfruchtbarkeit insgesamt verringern.
Wie bei Bestäubern sind biologische Schädlingsbekämpfungsmittel auch für diese Mikroben sicherer, da sie oft aus ähnlichen Lebensräumen stammen. Dadurch tragen sie zum Schutz der Bodenbiodiversität bei. Dies führt zu fruchtbarerem und widerstandsfähigerem Boden.
- Lesen Sie unseren Blog 'Bodengesundheit: Warum sie wichtig ist und wie man sie schützt' für weitere Informationen
Reduzierung des Abflusses
Nach der Anwendung bauen sich Biopestizide in der Umwelt schneller ab als chemische Pestizide, was den Abfluss in Gewässer reduziert. Ein reduzierter Abfluss bedeutet ein geringeres Risiko der Gewässerkontamination und erhält so deren Artenvielfalt.
Biologische Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft und im Privatgarten
Die biologische Schädlingsbekämpfung kann an große offene Felder, Gewächshäuser und sogar kleine Privatgärten angepasst werden, sodass sie in vielen Anbaukontexten zugänglich und wirksam ist.

Biologische Schädlingsbekämpfung auf Freilandflächen und in Gewächshäusern
Landwirte setzen zunehmend auf biologische Schädlingsbekämpfung. In Gewächshäusern ermöglicht die kontrollierte Umgebung die präzise Anwendung biologischer Pflanzenschutzmittel und macht die biologische Schädlingsbekämpfung zu einer hochwirksamen Lösung.
Auf offenen Feldern kann die biologische Schädlingsbekämpfung genauso effektiv sein. Da biologische Produkte jedoch tendenziell kürzer wirken als ihre chemischen Gegenstücke, der Zeitpunkt der Anwendung ist von entscheidender Bedeutung. Die Anbauer müssen die Schädlingspopulationen genau überwachen und sicherstellen, dass die Umgebungsbedingungen (z. B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit) für die Anwendung optimal sind.
Lesen Sie in den folgenden Blogs über erfolgreiche Anwendungen von Bioprotection-Produkten:
Biologische Schädlingsbekämpfung für Gärtner
Auch Hobbygärtner können biologische Schädlingsbekämpfungsmittel und Biopestizide erwerben. Sie bieten eine Möglichkeit, den eigenen Garten vor Schädlingen zu schützen, ohne die heimische Tierwelt (und Haustiere) zu schädigen. Online-Händler und Gartencenter bieten eine Vielzahl biologischer Produkte an, darunter Neemöl, mikrobielle Biopestizide und sogar nützliche Insekten wie Marienkäferlarven.

Auch zu Hause ist biologische Schädlingsbekämpfung leicht umsetzbar. So können beispielsweise Ringelblumen und Basilikum neben Tomaten Thripse effektiv reduzieren und sogar das Tomatenwachstum verbessern. Das Anpflanzen verschiedener lokaler Wildblumen ist eine weitere Möglichkeit, die Population nützlicher Insekten zu erhalten und zu vergrößern.
- Lesen Sie unseren Blog 'Wie man die Artenvielfalt im heimischen Garten fördert' für weitere Tipps
Herausforderungen und Überlegungen
Die biologische Schädlingsbekämpfung ist ein wirksames Mittel, funktioniert jedoch am besten als Teil eines integrierten Schädlingsbekämpfungsprogramms, das kulturelle, mechanische und biologische Schädlingsbekämpfung mit minimalen chemischen Eingriffen kombiniert.
Gespräche mit lokalen Beratungsdiensten, Beratern oder Anbietern von biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln können Ihnen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Die CABI BioProtection-Portal kann Ihnen auch dabei helfen, registrierte biologische Produkte zu finden, die in Ihrem Land erhältlich sind.
Warum der Schutz der Biodiversität wichtig ist
Biodiversität ist die Grundlage gesunder Ökosysteme, auch landwirtschaftlicher. Gedeiht die Biodiversität, werden landwirtschaftliche Systeme widerstandsfähiger, produktiver und anpassungsfähiger. Dies ist angesichts von Herausforderungen wie dem Klimawandel besonders wichtig.
Mit zunehmender Vielfalt dieser Systeme werden ihre natürlichen Schädlingsbekämpfungsmechanismen stärker und es entsteht eine positive Rückkopplungsschleife, die die langfristige Nachhaltigkeit unterstützt.
Ob Sie einen Garten pflegen oder einen Bauernhof bewirtschaften: Die Integration biologischer Schädlingsbekämpfung bedeutet eine Investition in die langfristige Gesundheit Ihres Landes. Sie trägt zu saubererer Luft und saubererem Wasser, gesünderen Böden und einer größeren Bestäuberpopulation bei.